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Lautschrift lesen, ohne Phonetik zu studieren

Was die eckigen Klammern im Wörterbuch bedeuten, welche Zeichen deutschsprachigen Lernenden regelmäßig ein Bein stellen, und warum der Betonungsstrich wichtiger ist als jeder einzelne Vokal.

Im Wörterbuch steht hinter jedem englischen Wort eine Reihe seltsamer Zeichen in Schrägstrichen oder eckigen Klammern. Die meisten Lernenden überspringen sie. Verständlich, aber teuer: Bei einer Sprache, deren Schreibung und Aussprache so weit auseinanderliegen wie im Englischen, ist die Lautschrift die einzige Stelle, an der zuverlässig steht, wie ein Wort wirklich klingt.

Denn Englisch schreibt through, though, tough und thought fast gleich und spricht sie völlig verschieden. Wer nur die Buchstaben hat, rät. Wer die Lautschrift lesen kann, hat die Antwort.

Was das Alphabet ist und warum es existiert

IPA steht für International Phonetic Alphabet, auf Deutsch: Internationales Phonetisches Alphabet. Die Idee dahinter ist simpel und radikal — ein Zeichen pro Laut, für alle Sprachen der Welt, unabhängig davon, wie die jeweilige Schrift den Laut normalerweise schreibt. Deshalb ist es auch für dich lesbar, sobald du eine Handvoll Zeichen kennst: Die Zeichen bedeuten überall dasselbe.

Du musst dafür keine Phonetik studieren. Ungefähr zwanzig Zeichen decken den größten Teil dessen ab, was du im Englischen brauchst, und die Hälfte davon sieht ohnehin aus wie der Buchstabe, den du erwartest. Es lohnt sich, die andere Hälfte einmal in Ruhe anzusehen.

Die Zeichen, über die deutschsprachige Lernende stolpern

Diese Liste ist keine vollständige Lauttabelle, sondern die Sammlung der Stellen, an denen es bei deutscher Muttersprache regelmäßig knirscht.

Die kleinen Striche entscheiden mehr als die Vokale

In der Transkription steht vor manchen Silben ein hochgestellter Strich ˈ und manchmal ein tiefgestellter ˌ. Der hochgestellte markiert die Hauptbetonung der folgenden Silbe, der tiefgestellte eine Nebenbetonung. Sie stehen vor der Silbe, nicht über dem Vokal — das ist der häufigste Lesefehler.

Diese beiden Zeichen sind wichtiger als jeder einzelne Vokal, weil Englisch ein sehr stark betonungsgesteuertes System hat. Betonte Silben werden lang und deutlich, unbetonte schrumpfen zu einem Schwa zusammen. Wer die Betonung auf die falsche Silbe legt, ist deshalb oft schlicht unverständlich, selbst wenn alle Laute stimmen — während jemand mit hörbarem Akzent, aber richtiger Betonung problemlos durchkommt.

Im Englischen kann die Betonung sogar die Wortart wechseln. Dasselbe Schriftbild, zwei Wörter: ein record mit Betonung vorn ist die Aufnahme, to record mit Betonung hinten ist aufnehmen. Dasselbe gilt für present, object, increase, permit. Wenn du diese Paare je einmal falsch betont hast und dein Gegenüber kurz stockte, weißt du jetzt, warum.

Britisch und amerikanisch: dasselbe Wort, zwei Transkriptionen

Viele Wörterbücher geben zwei Lautschriften an, und die Unterschiede sind systematisch, nicht zufällig.

Für dich folgt daraus nur eines: Entscheide dich für eine Variante und bleib eine Weile dabei. Beides gleichzeitig anzupeilen ergibt einen Mischklang, den es nirgends gibt. Welche du wählst, ist gleichgültig — verstanden wirst du mit beiden.

Wie man Lautschrift benutzt, ohne sie zu lernen

Der praktische Weg ist nicht, eine Tabelle auswendig zu lernen, sondern die Zeichen dort zu sehen, wo du ohnehin bist. Wenn die Transkription neben jedem Wort steht, das du liest, prägst du dir nach ein paar Wochen die zwanzig relevanten Zeichen ein, ohne das je als Lernen empfunden zu haben.

Genau darauf ist die Anzeige in Lexi ausgelegt: Über den Wörtern eines Satzes steht die Lautschrift, und wenn du ein Wort antippst, bekommst du seine Transkription zusammen mit der Bedeutung. Jedes einzelne Wort und auch der ganze Satz lassen sich vorlesen, sodass du das Zeichen und den Klang im selben Moment vor dir hast — und das ist die einzige Reihenfolge, in der Lautschrift wirklich etwas nützt.

Ein letzter Hinweis: Lautschrift beschreibt Wörter in Isolation. Im laufenden Sprechen verschleifen die Ränder, Laute fallen weg, Wörter binden sich aneinander. Die Transkription ist deshalb eine Referenz, kein Protokoll dessen, was jemand tatsächlich gesagt hat. Sie sagt dir, wo das Wort hin will — nicht, wie es in einem schnellen Satz am Ende klingt.

Häufige Fragen

Was bedeuten die Zeichen in eckigen Klammern hinter englischen Wörtern?

Das ist die Lautschrift im Internationalen Phonetischen Alphabet, kurz IPA. Jedes Zeichen steht für genau einen Laut, unabhängig davon, wie das Wort geschrieben wird. Bei einer Sprache wie dem Englischen, in der dieselbe Buchstabenfolge sehr unterschiedlich klingen kann, ist das die einzige zuverlässige Angabe zur Aussprache eines Wortes.

Was heißt der kleine Strich vor einer Silbe in der Lautschrift?

Der hochgestellte Strich ˈ markiert die Hauptbetonung der Silbe, die auf ihn folgt, der tiefgestellte Strich ˌ eine Nebenbetonung. Beide stehen vor der Silbe, nicht über dem Vokal. Diese Zeichen sind für die Verständlichkeit wichtiger als die Feinheiten der Vokale, weil englische Wörter über ihr Betonungsmuster erkannt werden.

Welche englischen Laute sind für Deutschsprachige am schwersten?

Regelmäßig sind es dieselben: die beiden th-Laute θ und ð, die es im Deutschen nicht gibt, die Unterscheidung von ɪ und iː in ship und sheep, der offene Vokal æ in bad, das stimmhafte ʒ in measure, das englische w gegenüber v, und die Auslautverhärtung, die aus bad ein bat macht. Alles davon ist Gewohnheit und lässt sich abtrainieren.

Muss ich Lautschrift lernen, wenn ich das Wort auch anhören kann?

Anhören allein reicht oft nicht, weil du beim Hören unbewusst auf die Laute deiner eigenen Sprache zurückrechnest und Unterschiede, die es im Deutschen nicht gibt, schlicht überhörst. Die Lautschrift zeigt dir schriftlich, dass da ein Unterschied ist, und lenkt deine Aufmerksamkeit darauf. Am besten wirken beide zusammen: erst sehen, dann hören, dann nachsprechen.

Soll ich britische oder amerikanische Aussprache lernen?

Nimm die, mit der du häufiger zu tun hast, und bleib eine Weile dabei. Verstanden wirst du mit beiden, und niemand wird dich für die Wahl kritisieren. Problematisch ist nur, beide gleichzeitig anzustreben: Dann entsteht eine Mischung, die zu keiner der beiden Varianten passt, ohne dass sie dir dafür irgendetwas erleichtert.

Probier die Methode zehn Minuten

Lexi reicht dir einen kurzen englischen Satz nach dem anderen, in dem genau ein Wort neu ist: antippen für Lautschrift und Bedeutung, noch einmal antippen für die Übersetzung, beides auf Wunsch vorgelesen. Die Bibliothek liegt im Telefon, also läuft es ohne Empfang, und ein Konto gibt es nicht. Dreißig Sätze am Tag, jede Wortliste und jede Wörterbuchsprache sind kostenlos.

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